
Mitte Dezember (2010) war es endlich soweit: Der Mietvertrag für das nagelneue Büro war unterschrieben! Die anfängliche Euphorie verflüchtigte sich allerdings schlagartig, als uns klar wurde, dass der größere Raum auch einen größeren Einkauf nötig machte. Denn es gibt wohl kaum etwas Trostloseres als ein leeres und steriles Büro. Schließlich verbringt man ja den Großteil seiner wertvollen Zeit darin…
Uns blieb also nichts anderes übrig: Das Interieur musste aufgehübscht werden. Es gab da nur ein Problem: Unser Kontostand verriet uns recht schnell, dass allzu große Sprünge nicht möglich waren. Schließlich war Weihnachtszeit und die Liebsten sollten an Heiligabend ja auch nicht leer ausgehen. Des Rätsels Lösung: Auf zum Schweden. Wo sonst gibt es haufenweise unnützes (Raum-)Füllmaterial zu einigermaßen humanen Preisen?!
Dem Tag des Einkaufs wurde im Vorhinein mit einiger Zuversicht entgegen gefiebert. Bisschen Autofahren, bisschen Einkaufen, bisschen Futtern, easy peasy! Dachten wir zumindest… Denn kaum hatten wir uns dem blauen Riesencontainer auf Sichtweite genähert, erkannten wir, dass der Einkauf wohl doch nicht sooo entspannt ablaufen würde. Die auf das Parkhaus zurollende Blechlawine, wurde in ihrem Ausmaß nur noch von den Menschtrauben vor den Eingängen übertroffen. Es mag eine optische Täuschung gewesen sein (schließlich hatte ich Tränen in den Augen), aber ich hätte schwören können, dass 1-2 Wagemutige versucht haben, in die Eingangshalle zu stagediven(!). Wer konnte denn ahnen, dass überhaupt jemand zur Weihnachtszeit in ein Einrichtungshaus fährt?!
Also gut, erst mal einen Parkplatz finden. Erst mal einen Parkplatz finden! ERST MAL EINEN PARKPLATZ FINDEN!!! Das Schöne an der Parkplatzsuche in einem überfüllten Parkhaus ist die allgemeine Geduld und Rücksichtnahme, die uns Deutschen ja quasi in die Wiege gelegt wurde…nicht!
Gefühlte 45 Minuten und 3 Beinahe-Herzattacken später schafften wir es dann endlich in den Laden. Die erste Stunde des Einkaufs verlief eigentlich hervorragend. Da wir genau wussten, was wir wollten, wurde das Obergeschoss in Rekordzeit abgefertigt. Wir waren so schnell, dass wir sogar für unsere geliebten Fleischbällchen in fetttriefender Soße (und den raffiniert überzuckerten Preiselbeeren) ein bißchen zu früh dran waren. Um uns die Zeit zu vertreiben, beschlossen wir also ein wenig durch die Markthalle zu schlendern. Das hätten wir lieber lassen sollen
Denn kaum hat man diesen Sündenpfuhl aus spottbilligem Schund und reduziertem Malefiz betreten, wird man von ihm rücksichtslos in seinem Bann gezogen. Plötzlich scheint der gesunde Menschenverstand einfach nicht mehr zu funktionieren. Da findet man plötzlich CI-konforme Tassen (gut, die seh‘ ich ein), Teller, Pizzaschneider, Einwegservietten, Blumenuntertöpfe, Kuscheldecken, Flauschkissen, Tischläufer und noch soooo viel mehr, wovon man so lange weiß, dass man es nie brauchen geschweige denn kaufen wird… bis alles im Einkaufswagen liegt.
An der Kasse gab’s dann die einzige positive Überraschung des Tages: Wir hatten unser Budget um 2,87 € UNTERBOTEN! Das musste ausschweifend gefeiert werden: Also griffen wir nochmals tief in die Geschäftskasse und orderten für jeden einen…(Trommelwirbel)…Hotdog. Juhuu, Awesome, Weltklasse…
Ob wir von den restlichen 87 cent einen Bausparer anlegen, ist noch nicht final entschieden. Die nächste Belegschaftsvollversammlung findet erst kommenden Donnerstag statt.
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Ihr Max